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1.Tag : Norderstedt - Neumünster - Schleswig 47 km Bahn 107 km Fahrrad Wetter: Aufgelockert, trocken, 15 - 20°C, Abends ein kräftiger Schauer
Morgens am 12.08.06 starte ich in Norderstedt, 500m von Zuhause bis zum Bahnhof. Von dort mit der Bahn (AKN) bis nach Neumünster, Fahrradmitnahme war am Sonnabend morgen relativ problemlos, nur das Heben des voll bepackten Drahtesels mit einem Gesamtgewicht von ca. 40 kg über die viel zu hohe Einstiegsstufe in den Zug kostet mal wieder viel Kraft. Aber ich habe ja gut gefrühstückt und jetzt auch eine Stunde Zeit zu verschnaufen.
Richtig los geht es dann, in Neumünster angekommen, auf dem Ochsenweg Richtung Norden. Der Weg führt direkt am Bahnhof vorbei, allerdings sucht man Richtungshinweise vergebens. Wer sich hier Stadtauswärts auf den Weg macht, ist dann auf dem Weg noch Norden.
Ochsenweg im Wald
Schnell verlässt man das Stadtgebiet, der Weg führt durch kleine Straßen, Treckerplattenwege, Waldwege und sonstige verkehrsarme menschenleere Straßen immer weiter Richtung Norden.
Der Ochsenweg führt direkt durch die schönste Natur Schleswig Holsteins, abseits großer Straßen, Menschen und Verkehr. Meist begleitet mich himmlische Ruhe, unterbrochen von Vogelgezwitscher und sonstigen natürlichen Klängen.
"Pathfinder"
Die Waldwege sehen teilweise so aus, als ob hier schon länger keiner mehr vorbeigekommen ist. Aber dank GPS und einer guten Karte ist die Orientierung und dem Folgen des richtigen Weges kein Problem. Das Wetter hat angenehme 20°C, kein Wind, trocken, bewölkt.
Fahrstuhl nach Unten zum Tunnel |
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Kurz vor Rendsburg geht es dann über, bzw. besser gesagt unter den Nord-Ostsee Kanal hindurch. Dazu benutzen Radfahrer und Fußgänger einen Fahrstuhl, der einiges an Metern Bergab fährt. Unten angekommen führt ein kleiner Tunnel auf die andere Seite, und dort geht es per Fahrstuhl wieder Richtung Tageslicht.
Dort erwartet dann ein schöner Blick über den Nord-Ostsee-Kanal, mit etwas Glück sieht man richtig große Schiffe langsam vorbeiziehen. Im Hintergrund sieht man die Eisenbahnbrücke, an deren Unterseite sich eine Schwebefähre befindet. Nord-Ostseekanal Eisenbahnbrücke mit Schwebefähre Danach geht es wieder weiter auf dem Ochsenweg. Zunächst grüßen hölzerne Ochsen, dann beginnt das Grauen: Tiefsand, kilometerlang. Ich kämpfe mit meinem Rad, es gehorcht kaum noch, der Kraftaufwand ist immens hoch, ich steige ab und schiebe, auch dieses kostet viel Kraft. Da ein Ende dieser Tortur nicht absehbar ist , verlasse ich den historischen Ochsenweg und nehme für die nächsten Kilometer eine kleine geteerte Straße. Ochsen am Ochsenweg Am Abend des ersten Tages erreiche ich dann den Campingplatz Haithabu, der direkt an der Schlei, gegenüber von Schleswig liegt. Das berühmte Wikingerdorf liegt gegenüber auf der anderen Straßenseite. Campingplatz Haithabu Ausblick vom Campingplatz über die Schlei
Schnell baue ich mein Zelt auf, denn der Himmel wird bedrohlich dunkel. Kaum bin ich fertig, kommt ein kräftiger Schauer herunter - ich genieße jetzt eine heiße Dusche. Das ist immer das schönste nach einem langen Tag auf dem Rad. Danach futtere ich am Camping-Imbiss noch eine Currywurst mit Pommes, bevor ich mich dann wieder aufs Rad setzte und Schleswig noch einen Besuch abstatte.
Schleswig Schleswig
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| Kilometer am Ende des Tages
Am Ende dieses Tages habe ich dann fast 107 km zurückgelegt. Ich hatte nicht gedacht ,dass ich einmal so viele Kilometer an einem Stück fahren könnte, dazu noch mit ca 20 Kg Gepäck. Ich mutiere wohl langsam zum richtigen Fahrradreisenden ;-) Müde krieche ich in meinen Schlafsack und schlafe so gut wie lange nicht mehr.
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Stand: 22.10.08